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Monatsarchiv: März 2012

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So jetzt ist es schon über 3 Wochen her, dass ich deutschen Boden unter den Füßen hatte und wenn ich bedenke, dass ich schon 1/6 meiner Zeit hier bin, verging der letzte Monat echt schnell! Sehr viel ist seit meinem letzten Post zwar nicht passiert aber ein paar Kleinigkeiten gibt es trotzdem zu berichten.

Die Sache mit dem Haustier zum Beispiel erweist sich leider als schwerer als erwartet. Die Idee mit dem kleinen Affen an der Leine hab ich jetzt verworfen, worüber wahrscheinlich viele froh sind (ja ich hab eingesehen dass es wohl Tierquälerei ist und wenn die kleinen Kinder in meinen Haaren rumwuscheln und auf mir rumklettern reicht mir das vollkommen). Aber auch kleine Babykatzen sind schwerer zu fangen als gedacht. Anscheinend stehen sie nicht darauf, wenn man Nudeln oder fried jam nach ihnen wirft und es interessiert sie auch relativ wenig wenn man 2 Stunden bei 40° mit nem Fischkopf vor ihnen aufm Boden liegt. Aber ich geb nicht auf, schließlich kann ich noch über 5 Monate mit Fischköpfen rumliegen.

Im Kindergarten gibt’s eigentlich nicht viel neues, die Kinder verstehen mich meistens immernoch nicht (oder wollen es nicht) und mit meinen Paar Wörtern Twi komme ich auch nicht weit. Aber ich freue mich trotzdem jeden Tag über Kleinigkeiten. Als ich zum Beispiel darum gebeten habe, die Kinder wenigstens nicht mehr auf den Kopf zu schlagen, mussten ein Paar zwar ihre Pause kniend im Klassenzimmer verbringen (nachdem sie unsere gerade gepflanzten Pflanzen wieder herausgerissen haben..) aber damit kann ich umgehen. Weitere kleine Zwischenfälle, was vor allem die Toilettensituation im Kindergarten betrifft, erspare ich euch lieber. Es ist nur klar, dass hier dringend fließend Wasser benötigt wird..

Hinter die Tricks der Kleinen komm ich auch langsam. Letztes mal war ich mir auch sicher, dass ich jemandem schon Kreide gegeben habe. Natürlich bekommt er aber noch eins, wenn ich beim Durchsuchen nichts finde. Die Reaktion darauf war allgemeines Lachen, während er 2 Kreidestücke ausspuckt und wegrennt.

Trotzdem muss ich sagen dass ich schon einige sehr gerne hab (vielleicht auch wegen solcher kleinen Aktionen) und auch glücklich bin, noch viel Zeit mit ihnen verbringen zu dürfen und alleine Unterrichten klappt im Kindergarten trotz mancher Verständigungsprobleme sehr gut! In der Senior High school schreiben wir dafür nächste Woche unseren ersten Test und ich bin schon gespannt wie der ausfallen wird!

Eine kleine Geschichte noch zum Schluss, dann hör ich auch schon wieder auf. Heute wurde ich nämlich zum ersten mal beklaut, als mir im Trotro meine Einkaufstüte vom Schoß gerissen wurde. Und auch wenn nur meine „laughing cow“ Eckerlkäs Tüte weggekommen ist, hätte ich ihm in dem Moment wahrscheinlich lieber mein Handy hinterher geworfen (Käse ist hier eher Mangelware..). Also geht’s morgen nochmal los, 45 Minuten alleine für den Hinweg. Wenn mir mal jemand in München gesagt hätte, dass ich eineinhalb Stunden für Schmelzkäse fahren würde, hätte ich ihm nen Vogel gezeigt. Also gibt’s heute Abend nur Kekse, dieses mal aber ohne Ameisen! Man lernt dazu, wenn eine Woche davor der letzte deutsche Keks von Ameisen übersät vor einem liegt, weil man vergessen hat, ihn in die Gefriertruhe zu legen (mein Kühlschrank besteht eher aus einer großen Gefriertruhe und da ich nicht so handwerklich geschickt bin das zu reparieren, verzichte ich lieber ab und zu auf mein Frühstück, da ich mit meinem gefrorenen Obst eher den Schmelzkäsedieb erschlagen könnte). Und auch wenn es schwer verständlich ist dass ich schon nach 2 Wochen deutsches Essen vermisst habe, in diesem Moment hatte ich Hunger und die Ameisen waren klein.

Das wars jetzt für heute von meiner Seite, liebe Grüße nach München und ihr wisst ihr fehlt mir ❤

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Heute war mein erster Arbeitstag und es war doch schwieriger als erwartet, da ich meine Vorbereitungen für den Deutschunterricht gleich verwerfen konnte. Anscheinend haben sie nämlich im letzen halben Jahr nichts gelernt außer das ABC also haben wir mit den Basics wie dem Vorstellen angefangen. Jedoch ist es sehr schwierig, eine Klasse mit 16 bis 19 Jährigen zu motivieren oder sich Respekt zu verschaffen, da sie vielleicht einen anderen Umgangston gewöhnt sind und ich es eher auf die freundliche Art versucht habe und eigentlich auch so beibehalten möchte ohne laut zu werden.

Den restlichen Tag war ich dann im Kindergarten, was wirklich sehr schön war aber auch sehr anstrengend, wenn ungefähr 100 Kinder auf einen zulaufen, hochgenommen werden wollen oder einen wenigstens irgendwie anfassen wollen. Auch unterhalten kann man sich mit ihnen nicht wirklich, da sie hauptsächlich Twi sprechen und erst jetzt mit Englisch anfangen.

Und auch wenn ich schon mit dem Headmaster und vielen Lehrern über das schlagen geredet habe und sie auch wissen was ich davon halte, musste ich heute leider mit ansehen wie einige mit dem Stock oder mit der Hand auf den Kopf geschlagen wurden und mir selber die Tränen kamen als dann einer neben mir lag und geweint hat. Durchsetzen kann ich mich eh nicht wirklich, entweder weil sie mich nicht verstehen oder es einfach nicht gewöhnt sind, dass man einen Konflikt mit Worten schlichten möchte. Und als ich dann alleine in der Pause war mit 2 weinenden Kindern aufm Arm, gleichzeitig versucht habe 2 Jungs ihre Stöcke aus der Hand zu nehmen mit denen sie sich gegenseitig schlagen und dann ein Dritter plötzlich eine Glasplatte holt, damit um sich schlägt und die dann natürlich in tausend Splitter zerbricht, wusste ich wirklich nicht mehr was ich machen sollte und war froh als mir dann endlich jemand zu Hilfe gekommen ist.

Es gab heute aber auch wirklich sehr schöne Momente im Kindergarten, alleine wie sehr sie sich freuen wenn man mit ihnen spielt oder sie auf den Arm nimmt und wenn mein Sonnenbrand weg ist wird’s auch nicht mehr so wehtun wenn plötzlich ein Kind auf meinen Rücken springt J Und es ist immer wieder schön wenn die Kleinen einem im Dorf Madame Lisa zurufen und sich freuen, wenn sie uns sehen! Die Reaktion der Kinder auf uns „Abroonies“ ist eh ziemlich unterschiedlich, manche schauen einen nur mit großen Augen an und wenn man auch nur einen Schritt auf sie zugeht, rennen sie ängstlich davon oder sie sind so neugierig, spielen in meinen Haaren rum und begleiten uns ein Stück vom Weg.

Am Wochenende bin ich spontan mit 3 anderen an den See gefahren (daher auch der Sonnenbrand…) und auch wenn es ziemlich lange gedauert hat, hat es sich auf jeden Fall gelohnt und wir werden öfters hinfahren!

Die nächsten 2 Tage sind erstmal frei, für den Unabhängigkeitstag morgen versuchen wir relativ früh nach Kumasi zu kommen da dort anscheinend was Großes geplant ist! Am Donnerstag lerne ich dann wie man Fufu macht im Haus einer Lehrerin aber mal schauen wie weit ich komme mit meinen wahnsinnigen Armmuskeln…

Sonst ist eigentlich nicht so viel passiert, außer dass ich langsam auch alleine in zurechtkomme und auch keine Angst mehr habe alleine mit dem Trotro in die Stadt zu fahren oder Abends bisschen rumzulaufen und ich fühl mich langsam auch richtig wohl, sagen auch viele dass man mir das Ansieht J Es wird zwar noch ein bisschen dauern bis ich selber realisier dass das hier jetzt erstmal mein zu Hause ist weil ich erst seit 9 Tagen hier bin und es mir eher vorkommt als wär ich im Urlaub aber das kommt schon noch!

Ganz liebe Grüße nach Hause, ihr wisst dass ihr mir trotzdem alle sehr fehlt aber dafür sind unsere kurzen Telefongespräche umso toller!

Die ersten Tage

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So meine Lieben jetzt kommt von mir auch mal der erste Eintrag.

Heute ist unser fünfter Tag in Ghana und langsam gewöhnt man sich an die Lebensbedingungen hier und kommt auch mit Stromausfall über eine längere Zeit oder ohne Wasser zurecht. Wobei ich meine ersten verzweifelten sms schon am Sonntagabend verschickt habe, nachdem wir nach 10 Stunden endlich in Denchemouso angekommen sind (für ungefähr 300 Kilometer in einem zwar erwähnenswert komfortablen Bus jedoch mit sehr schlechten ghanaischen Filmen die natürlich auf voller Lautstärke liefen. Gemischt mit dem Hupen, was wohl das Lieblingshobby der Autofahrer ist, da wirklich jeder angehupt wird, Freunde, Falschfahrer, Andere Busfahrer, Weisse…, wenn man das alles zusammen zählt kommt man auf ungefähr 1 mal Hupen pro Minute, doch nach einiger Zeit konnte auch ich als sehr schreckhafter Mensch dies endlich ausblenden). Also sind wir Abends total müde nurnoch ins Bett und man schläft zwar mit Hundegebell ein, wacht ab 5 langsam durch die Hähne auf und spätestens wenn die Schüler über dir wach sind kann man nicht mehr schlafen, aber ich hab ein großes Bett und ein eigenes Bad, zwar ohne Licht aber mit meistens fließend Wasser und man kann es sich hier echt schon schön machen!

Am nächsten Tag wurden wir gleich sehr freundlich von allen Begrüßt, obwohl anscheinend noch keiner mit uns gerechnet hat. Auch die Kinder stellen sich total lieb vor oder winken einem vom Straßenrand zu oder wollen einen die ganze Zeit anfassen. Man merkt auch wirklich, dass sie das Unterrichten der Letzten Praktikanten sehr zu schätzen wissen da sie sehr enttäuscht waren, dass es dieses halbe Jahr eigentlich keinen Deutschunterricht an der Schule gibt, obwohl wir das jetzt noch unter uns aufgeteilt haben. Am Montag fängt dann endlich die Arbeit im Kindergarten an und ich freu mich schon sehr drauf, da wir jetzt schon sehr viel Freizeit haben und gar nicht wissen was wir den ganzen Tag machen sollen. Jakob hat uns netterweise die ersten Tage beim zurechtkommen geholfen aber ab heute müssen wir aber leider ohne ihn zurechtkommen.

Eine Geschichte die mir gestern aufm Markt passiert ist möchte ich noch kurz erzählen, ich hab sie zwar schon in einem anderen Bericht gelesen war jedoch wirklich schockiert und wusste nicht wie ich reagieren sollte als mich heute auf dem Markt eine Mutter angefleht hat, ihr Baby zu nehmen…

Sonst glaub ich müssen wirklich viele Ghanaer über uns lachen, vor allem als wir über den Fleischmarkt gelaufen sind, wo wirklich jedes einzelne Körperteil von Kopf bis Hufe und jegliche Innereien auf Holzbalken liegt, einem Gliedmaßen von den Balken ins Gesicht hängen und mir wirklich jeder angesehen hat, dass ich mich am liebsten in den nächsten Schweinekopf übergeben würde. Aber sie nehmen es mit Humor und die Gastfreundschaft ist hier überall zu spüren. Überhaupt fragt hier jeder wie es einem geht, wie man heißt und woher man kommt, meistens ist dann das Gespräch vorbei da man entweder weiter muss oder weil es einfach keinen weiteren Gesprächsstoff gibt aber viele Interessieren sich wirklich woher man kommt, setzen sich zu einem oder man kommt mit manchen im Trotro ins Gespräch, da einem wirklich als Kind erzählt wurde, dass in Deutschland nur Bier aus dem Wasserhahn kommt und er davon lange Zeit fest ausgegangen ist.

Eine weitere Sache an die man sich gewöhnen muss, ist das Warten. Hier ist es normal, sich um mindestens eine halbe Stunde zu verspäten oder über 2 Stunden in einem Bus zu sitzen weil man darauf wartet, dass er voll wird. Die Transportmittel hier sind eh ziemlich gewöhnungsbedürftig, in Deutschland wäre ich nie in so ein Auto eingestiegen. Man hat hier eher das Gefühl, dass alles gleich zusammenfällt wenn Fenster fehlen, sich die Türen nicht schliessen lassen oder man zusammengequetscht zwischen Zwei Ghanaern in einem stickigen Trotro sitzt.

Montagabend waren wir auch zum ersten Mal Fufu essen und ich hätte nie gedacht, dass das so lecker ist. Auch wenn die Konsistenz gewöhnungsbedürftig ist und Jakob uns erst mal zeigen musste wie man mit den Händen isst ohne dass man sich komplett die Finger verbrennt. Allgemein bin ich mit dem Essen hier sehr zufrieden vor allem mit dem Obst das sie hier überall schon geschnitten verkaufen.

Viel mehr weiß ich gerade gar nicht zu erzählen, außer dass es viel heißer ist als ich vermutet habe, die Armut schon deutlich zu spüren ist und man ihnen am liebsten viel Trinkgeld geben würde (keine Sorge Torsten machen wir nicht) wenn ein Essen hier höchstens einen Euro kostet oder mich kleine Kinder anbetteln.

Trotzdem freue ich mich schon sehr auf die nächsten Wochen und bin gespannt wie ich so zurechtkomme, vor allem Wäsche waschen ist interessant. Ich habe mich jetzt für die Einweichmethode entschieden, nach ner Zeit ist es sicher sauber weil mit der Hand waschen macht echt keinen Spass…

Ganz Liebe Grüße an alle, ihr fehlt mir wirklich sehr und sollte doch mal jemand Lust haben einen Brief zu schreiben dann Bitte an „P.O. Box 9004, Kumasi Main, Ashanti Region“ schicken, freu mich über jedes kleine Lebenszeichen 🙂